Wir stehen Ihnen gerne bei Fragen oder Wünschen persönlich zur Verfügung.
Eingeläutet wurde der Abend von Vereinsobmann Andreas Uher, der die Anwesenden herzlich begrüßte und unseren Verein vorstellte. Er erklärte, wie es zur Gründung unseres Vereins kam und dass Betroffenen heute die Möglichkeit geboten wird, professionelle Erinnerungsfotos durch unseren Verein anfertigen zu lassen. Die Zahlen und Fakten belegen, dass es sehr viele Betroffene gibt. Etwa jede 3-4 Frau erlebt einmal in ihrem Leben einen Schwangerschaftsverlust. Etwa alle 10 Tage werden wir in Vorarlberg zu einem Einsatz gerufen und fotografieren jährlich somit ca. 50 Sternenkinder.
Da Schwangerschaftsverlust noch immer ein Thema ist, das in unserer Gesellschaft gerne ausgespart wird, sehen wir es neben den Erinnerungsfotos als unsere Aufgabe an, die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Mit Aktionen wie "An Stern für a Sternle", regelmäßigen Medienberichten oder der großangelegten Initiative um die Sternenbänkle, setzen wir in ganz Vorarlberg ein sichtbares Zeichen für Sternenkinder und betroffene Familien.
Hauptattraktion des Abends war der Besuch von Andreas Wassner, Vorarlberger Autor, Redner und Kommunikationsexperte. Seit über 15 Jahren engagiert er sich trotz eigenen schweren Krisen (Burnout, MS) im sozialen Bereich. Zu ihm hat unser Verein eine ganz besondere Verbindung: In unseren Anfängen durften wir seine Illustration des Kleinen Prinzen für unsere Homepage und Folder nutzen, wofür wir ihm heute noch sehr dankbar sind.
Andreas las an diesem Abend aus „Der kleine Prinz wird erwachsen" und stellte sich und den Anwesenden u.a. die Frage:
Während das Original von Antoine de Saint-Exupéry vor allem die Schwächen der Erwachsenen kritisiert, legt Wassner seinen Fokus auf Lösungsansätze. Er hat für sich die Erfahrung gemacht, dass selbst nach schweren Krisen eine neue Stärke erwachsen kann und auf die dunkle Nacht eines morgens wieder das Licht folgt.
Ein weiterer starker Part dieses Abends übernahmen Andrea Frede und Sophia Rüscher-Fussenegger von der Selbsthilfegruppe Sternen-klar. Die beiden Frauen leisten mit ihrer Initiative eine unglaublich wichtige und tief gehende Arbeit in unserer Region. Sie bieten betroffenen Sterneneltern einen geschützten, verständnisvollen Raum, um der eigenen Trauer ohne Tabus Platz zu geben und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Durch ihre einfühlsame Präsenz und zwanglose Gespräche, haben sie den gestrigen Abend wunderbar bereichert.
Auch der Bürgermeister von Göfis, Thomas Lampert, war persönlich anwesend und unterstrich mit seinem Kommen die tatkräftige Unterstützung der Gemeinde für dieses wichtige Anliegen. Er bedankte sich im Namen der Gemeinde für das große Engagement.
Heidi Lampert, Obfrau des Ausschusses Menschen und Gesellschaft, sprach als selbst betroffene Mutter und Sozialpolitikerin ebenfalls ein paar Worte an das Publikum, um das Tabu rund um Sternenkinder aufzubrechen und ihnen zu gedenken.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den sanften Klängen der Harfenspielerin Magdalena Venier. Ihre zarte Musik ging allen Anwesenden direkt unter die Haut und schaffte eine Atmosphäre voller Ruhe, Trost und Frieden
Gegen Ende der Veranstaltung luden Sophia Rüscher-Fussenegger und Andrea Frede schließlich alle Anwesenden dazu ein, an einem Ritual mit Kerzen zum Gedenken an unsere Sternenkinder teilzunehmen.
Für uns als Verein ist diese Partnerschaft ein großes Geschenk: Während wir in den ersten, schweren Momenten nach der Geburt die fotografischen Erinnerungen festhalten, fängt Sternen-klar die Familien danach mit unermüdlichem Herzblut auf. Dieses Ineinandergreifen zeigt, wie wichtig ein verlässliches Auffangnetz für betroffene Eltern ist und eine gute Vernetzung auch unter den Vereinen und Selbsthilfegruppe sein kann.