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Auf den Verein „VergissMichNicht – Sternenkinder Fotografie“ wurde ich erstmals im Jahr 2022 über einen Aufruf auf Facebook aufmerksam. Es wurde aktiv nach neuen Mitgliedern gesucht. Zugegebenermaßen wusste ich bis zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal, was Sternenkinder eigentlich sind, doch das sollte sich bald ändern…
Obwohl ich Anfangs Zweifel hatte, ob ausgerechnet diese Tätigkeit das Richtige für mich ist, fühlte ich mich irgendwie angesprochen. Durch meine Erfahrung als Familienfotografin war ich zumindest von meinen technischen Fähigkeiten überzeugt. Nun galt es nur noch meine emotionalen Zweifel zu überwinden. Nach gründlicher Überlegung und Rücksprache mit meiner Familie, habe ich den Verein schlussendlich angeschrieben. Erstmals war ich nur im Marketingbereich tätig, doch es dauerte nicht lange, bis ich auch aktiv als Fotografin mitwirken wollte.
Auf meinen ersten Einsatz wurde ich von Vereinsobfrau-Stv. Carola Eugster vorbereitet und von ihr begleitet. Trotz aller Vorwarnungen, ging mir der schrille Alarm, der bei jedem Einsatz ertönt, durch Mark und Bein – das tut er übrigens noch heute.
Die groben Eckdaten werden uns anschließend immer gleich mitgeteilt. Wir wussten also, dass wir im LKH-Feldkirch erwartet werden und dass es sich um ein 16 Wochen altes Sternenkind handelt. Bevor wir die Station betraten, riet mir Carola, noch einmal bewusst tief durchzuatmen – dieses kleine Ritual mache ich noch heute vor jedem Einsatz. Dann läuteten wir der Hebamme. Sie empfing uns freundlich und informierte uns darüber, dass die Eltern bei den Aufnahmen nicht dabei sein möchten. Wir wurden daher in ein Zimmer geführt, wo wir ungestört waren. Anschließend wurde uns das Baby übergeben.
Für meinen ersten Einsatz war das ein großer Vorteil. Dadurch konnte ich mich völlig auf das Baby und den fotografischen Aspekt konzentrieren. Carola erklärte mir, worauf man beim Fotografieren von Sternenkindern achten muss, z.B. dass die Haut von frühen Sternchen noch sehr dünn ist und daher besonders behutsam umgegangen werden muss.
Nach dem Fotografieren, übergaben wir das Baby wieder der Hebamme und besuchten anschließend noch kurz die Eltern des Kindes. Wir stellten uns vor und erklärten ihnen, dass sie in gut 2 Wochen eine Erinnerungsbox mit den Aufnahmen erhalten werden. Wir wechselten noch ein paar Worte und verabschiedeten uns dann von ihnen. Der Einsatz war beendet.
Zu Hause angekommen, machte ich mich sogleich ans Bearbeiten der Fotos. Dabei konnte ich noch einmal meine ganzen Eindrücke Revue passieren lassen. Carola erkundigte sich mehrmals nach meinem Befinden – mir ging es überraschend gut. Ich hatte das Gefühl, etwas Gutes bewirkt zu haben.
Heute, nach vielen Einsätzen, kann ich sagen, dass jeder Fall anders ist. Jedes Baby ist einzigartig, genauso wie seine Eltern und deren Geschichte. Am schwierigsten an der ganzen Arbeit ist für mich, die Trauer der Eltern und die Grausamkeit mancher Schicksale auszuhalten. Zu gerne würde ich sie trösten oder ihnen etwas Kummer abnehmen, doch das kann ich nicht. Was ich jedoch kann, sind Bilder und damit bleibende Erinnerungen an ihr geliebtes Kind zu schaffen.